SEBASTIAN PRALLE

Klanginstallation und Geruchsobjekte / Stahlplatten, Exciter-Lautsprecher, Videoprojektion

In der Rauminstallation "Sulphur" wird der Besucher in eine intensive Erfahrungssituation zwischen Klang, Haptik und Geruch versetzt. Der Raum wurde durch unterschiedliche visuelle und akustische Elemente in Zonen unterteilt, die der Besucher durchlaufen kann und so verschiedene Klangkonstellationen wahrnehmen kann. Der Raumklang wird durch zwei Hauptkomponenten erzeugt: eine zeitlich festgelegte, arrangierte Klangkomposition, die von einer Videoprojektion begleitet wird, und permanent live erzeugte Klänge, die durch die kinetische Anregung zweier Stahlplatten ständig variiert werden. In einer Raumecke wurde eine Videoprojektion installiert, die einen organischen Verfallsprozess in mikroskopierten Aufnahmen zeigt und von Klangaufnahmen zerbrechender Eisblöcke begleitet wird. Diese audiovisuelle Gesamtkomposition wurde durch eine Geruchsinstallation noch intensiviert. Mehrere Geruchsobjekte waren im Raum verteilt, die einen Geruch von frisch verbranntem Kiefernholz und Anis verbreiteten. Diese generierten eine rituelle Atmosphäre einer eben vollzogenen Aktion, die der Besucher gerade noch wahrnehmen konnte. Die in Schwingung versetzten Metallplatten werden zur Schnittstelle zwischen akustischem Ritual und Mensch. Diese Materialwahl spiegelt auch den mythologische Aspekt der Installation wieder: Kiefer und Anis werden als archaische Kultgegenstände dem rituellen Rhythmus der Stahlplatten und der berstenden Urgewalt der Elemente gegenübergestellt.